Treffen mit René Obermann

In der stehts freundlichen und gediegenen Atmosphäre des Hotels Grand Hyatt Berlin am Marlene-Dietrich Platz versammelten sich 40 Botschafterinnen und Botschafter bei dem neuesten Business Lunch des Ambassadors Club; unter ihnen die Botschafterin Malis I.E. Fatoumata Sire Diakite, der serbische Botschafter S.E. Ivo Viskovic und der Botschafter von Singapur S.E. Kong Seng Jacky Foo.

Der Gastredner der Veranstaltungwar Rene Obermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. Herr Obermann berichtete über den gerade erfolgreich abgeschlossenen Verkauf von T-Mobile USA an den Konzern AT&T. Dieser Schritt der Telekom bedeute, dass die Gesellschaft mehr Freiheit und Flexibilität für die geplanten Investitionen, insbesondere in den Ausbau schneller Netze in Europa, gewonnen habe.

Die neuen Investitionen und vor allem die neuen Strategien der Deutschen Telekom basieren auf den aktuellsten Anforderungen
der modernen Wirtschaft, Ökologie und Informationsgesellschaft. Herr Obermann schilderte am Beispiel der intelligenten Zähler (smart meters), auf welche Weise Telekommunikationsgesellschaften wie die Telekom dazu beitragen könnten, Systeme des Energieverbrauchs umweltfreundlicher und Kosten reduzierend zu gestalten. Da die digitalen Zähler den aktuellen Energieverbrauch erfassten, könne minutengenau abgerechnet werden. 

Dafür brauche man ein Netz, das mit Hilfe intelligenter Informations- und Kommunikationstechnik diese Anforderungen erfüllen sowie ökologische und wirtschaftliche Vorteile schaffen könne. Und gerade die Telekom mit ihrem Know-how, ihren hochwertigen Telekommunikationsnetzen und ihrer Investitionen in Forschung eigne sich für die führende Rolle in diesem Prozess. Die Politik solle sie dabei unterstützen, dass diese Prozesse, wie z.B. die Einführung von Smart Meters und die Schaffung der dafür notwendigen Infrastruktur, möglichst schnell umgesetzt würden.

Mobiles Internet und immer kleiner und handlicher werdende Geräte verursachten einen unglaublichen Wandel im Verhalten der Kunden und beeinflussten starke Bewegungen auf dem Markt – denn wir seien dabei, die Post-PC-Ära zu betreten, behauptet Rene Obermann, auf sein iPad zeigend. Wir seien auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft, was bedeute, dass Anforderungen an Netzkapazitäten und Übertragungsgeschwindigkeit täglich stiegen und weiter steigen würden. Sehr bald würden die bestehen den Kapazitäten nicht mehr ausreichen, um die immer größere Menge an Daten in entsprechender Geschwindigkeit zu übertragen – und in den nächsten Jahren erwarte man eine 20- bis 30-fache Steigerung. Deswegen seien große Investitionen in neue, technologisch fortgeschrittene Netze dringend notwendig.

Telekom stelle sich diesen Anforderungen entgegen und integriere sie in die eigene Geschäftsstrategie. Herr Obermann erläuterte, dass das heutige Wirtschaftswachstum stark von der Entwicklung der Informationstechnologie abhängt. Das hätten einige Länder schon eingesehen, insbesondere in Asien und Nordamerika, und hätten sehr viel in moderne, zuverlässige und sichere Infrastruktur auf diesem Gebiet investiert. In Europa müsse man dringend umdenken und den inzwischen entstandenen Rückstand zu diesen Ländern aufholen. Dabei sei es wichtig, nicht aus der nationalen Perspektive zu denken und zu handeln, sondern gemeinsam mit den europäischen Partnern.

Zum Schluss betonte Rene Obermann, das die moderne Informationstechnologie nicht nur wirtschaftlich für eine Gesellschaft von Bedeutung ist. Politische und individuelle Vorteile dieser Technologien hätten sich beispielsweise in Tunesien und Ägypten in den demokratischen Bewegungen der vergangenen Monate deutlich gezeigt, wie.

Die anwesenden Exzellenzen machten durch ihre Fragen und Kommentare in der anschließenden Diskussion deutlich, wie relevant dieses Thema für sie und ihre Länder ist. Unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungen wurden ausgetauscht, wie zum Beispiel durch die Beiträge des maltesischen Botschafters S.E. Carl Charles Xuereb und der Botschafterin aus Mauritius I.E. Sarojini Seeneevassen-Frers. Danach machten alle ihre Mobiltelefone wieder an und machten sich auf den Weg zu ihren Botschaften, um vielleicht via Internet einen Bericht über diesen Vortrag an ihre Landesministerien zu schicken. Neben ihren Tätigkeiten in Bereichen der Politik und Wirtschaft sorgen die Exzellenzen auch dafür, dass das kulturelle Angebot Berlins durch Veranstaltungen ihrer Botschaften bereichert wird.

Irland war im vergangenen Monat durch die Feierlichkeit anlässlich des St. Patrick’s Day besonders aktiv. Der irische Botschafter S.E. Daniel Gerard Mulhall lud seine Kollegen wie den britischen Botschafter S.E. Simon Gerard McDonald, den dänischen Botschafter S.E. Per Poulsen-Hansen, den Botschafter Lichtensteins S.E. Prinz Stefan von und zu Liechtenstein und zahlreiche andere Gäste zu einem ungewöhnlichen Konzert ein. In den Räumlichkeiten der Mendelsohn-Stiftung in der Jägerstrasse traten die junge Geigerin Aoife Ni Bhriain, Gewinnerin des traditionellen Sean O’Riada Geigenwettbewerbs 2011, und der Dudelsackspieler Pädraic Keane, der vor kurzem zum irischen Jungmusiker des Jahres gekürt wurde, auf. Im zweiten Teil des Abends präsentierte das Norland Wind Trio nostalgische Harfenmusik aus dem Nordwesten Irlands, begleitet von Gesang auf Gälisch. Das Publikum reagierte begeistert auf beide Stilrichtungen und bedankte sich bei den Musikern mit einem großen Applaus.

Fotos: Agentur Baganz

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